Digitaler Batteriepass

Rückverfolgung von Batterien in einer Kreislaufwirtschaft

Europäischer Grüner Deal

Die EU ist bestrebt, der erste klimaneutrale Kontinent zu werden. Um die Herausforderungen des Klimawandels und der Umweltzerstörung zu bewältigen, soll der Europäische Green Deal die EU in einen ressourceneffizienten Wirtschaftsraum verwandeln.

Im Rahmen dieser Bemühungen werden derzeit mehrere Initiativen und Programme durchgeführt. Von besonderem Interesse ist dabei die im März 2022 gestartete Initiative für nachhaltige Produkte (SPI), die auch einen Vorschlag für eine Verordnung über Ökodesign für nachhaltige Produkte (ESPR) enthält.

Der ESPR sieht die Einführung von digitalen Produktpässen vor, um den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu fördern. Diese Produktpässe werden nach und nach für verschiedene Produktkategorien obligatorisch werden. Der digitale Batteriepass ist daher eine Art Vorreiter, und Batterien sind eine der ersten Produktkategorien, für die ein solcher digitaler Pass bald erforderlich sein wird.

In aller Kürze:

  • Ab dem 18. Februar 2027 müssen Industrie-, EV*- und LMT**-Batterien mit einer Kapazität von >2 kWh mit einem Batteriepass elektronisch registriert werden.
    *EV: Elektrofahrzeuge (Batterien für Autos) | ** LMT: leichte Transportmittel (Batterien für E-Bikes, E-Scooter und ähnliche)
  • Der Hersteller oder Importeur ist dafür verantwortlich, dass der Batteriepass ordnungsgemäß umgesetzt wird.
  • Der Pass muss spezifische Informationen über die Batterien, aber auch über die ESG-Anforderungen enthalten und Anweisungen zur Handhabung der Batterien sowohl für die Zweit-/Drittverwendung als auch für das Recycling enthalten.

„Die EU-Vorschriften für Batterien zielen darauf ab, Batterien während ihres gesamten Lebenszyklus nachhaltig zu machen – von der Materialbeschaffung über die Sammlung und das Recycling bis hin zur Wiederverwendung. Im aktuellen Energiekontext fördern die neuen Vorschriften die Entwicklung einer wettbewerbsfähigen, nachhaltigen Batterieindustrie, die Europas saubere Energiewende und die Unabhängigkeit von Brennstoffimporten unterstützen wird.“

(Quelle & mehr lesen: Europäische Kommission: Sicherstellen, dass Batterien, die in der EU in Verkehr gebracht werden, während ihres gesamten Lebenszyklus nachhaltig und kreislauffähig sind)

  • Die Batterien müssen leicht herausnehmbar und austauschbar sein.
  • Standards zur Vermeidung von sozialen und ökologischen Risiken (sowohl bei der Rohstoffgewinnung als auch bei der Produktion) müssen eingehalten werden.
  • Voraussichtlich ab 2031 werden die Batterien
    >2 kWh müssen einen Mindestanteil an recycelten Rohstoffen enthalten: Kobalt 16%, Blei 85%, Lithium 6%, Nickel 6%.
  • Ab 2027 müssen alle diese Aspekte sorgfältig in einem digitalen Batteriepass dokumentiert werden:

    • Informationen über den CO2-Fußabdruck der Produktion
    • Informationen über die Batterie, ihre Leistung, Haltbarkeit und chemische Zusammensetzung
    • Informationen über Wiederverwertbarkeit und Entsorgung

Aufkleber mit individueller ID, Seriennummer, QR-Code und anderen Informationen müssen direkt auf jeder einzelnen Batterie angebracht werden.

Wenn Sie den QR-Code scannen, werden Sie zum digitalen Produktpass für die jeweilige Batterie weitergeleitet.

*Sichtbare Informationen können je nach Benutzergruppe eingeschränkt werden.

Die spezifischen Datenanforderungen sind noch nicht endgültig festgelegt, sondern werden noch diskutiert und können je nach Batterietyp und Anwendung variieren.

Mehrere Vorschläge und Entwürfe geben Aufschluss darüber, was die obligatorischen Daten beinhalten könnten:

  • Identifizierung der Batterie
  • Zusammensetzung des Materials
  • Leistung
  • Merkmale
  • Herkunft und Lieferkette
  • Informationen über das Ende der Lebensdauer einschließlich Recycling-Anweisungen

Eventuell zusätzlich zu erfassende Daten:

  • Informationen über Sicherheitskontrollen
  • Wartungs- und Reparaturprotokolle, Ersatzteilinformationen
  • Informationen über den Kapazitätsverlust im Laufe der Zeit, Lade-/Entladezyklen
  • Informationen zur Garantie und Gewährleistung

Datensicherheit und -zugänglichkeit sind entscheidende Aspekte, und deshalb setzen wir auf die Distributed-Ledger-Technologie.

  • Zukunftssichere Architektur: Batterien, die unter die EU-Verordnung fallen, werden auf der ganzen Welt und damit in unterschiedlichen Rechtsordnungen hergestellt. Dies muss ebenso berücksichtigt werden wie die Tatsache, dass sich die Batterietechnologien und die damit verbundenen oder darauf basierenden Geschäftsmodelle ständig weiterentwickeln. Die Systemarchitektur eines digitalen Batteriepasses muss daher möglichst viele denkbare Szenarien berücksichtigen und flexibel genug sein, um zukünftige Veränderungen möglichst einfach und dynamisch abzubilden.
  • Interoperabilität: Während des gesamten Lebenszyklus der Batterie muss eine Vielzahl von Beteiligten in der Lage sein, die zum Teil hochsensiblen Daten einzusehen und Daten und Dokumente auszutauschen und dabei die organisatorischen und gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Die Einhaltung formaler Datenstandards und zu definierender Normen ist ebenso eine wesentliche Voraussetzung wie die Berücksichtigung von Sicherheitsstandards, nicht zuletzt in den hochautomatisierten Prozessen zwischen verschiedenen (Teil-)Systemen.
  • Zeitplan/Fahrplan: Es sind noch nicht alle Anforderungen festgelegt, geschweige denn alle (technischen) Fragen zum digitalen Batteriepass beantwortet, und dennoch wurde bereits ein fester Einführungstermin für den 18. Februar 2027 festgelegt. Es ist daher wichtig, die Entwicklungen und Entscheidungen genau zu verfolgen, um schnell auf neu definierte Anforderungen und Spezifikationen reagieren zu können.

Wenn Sie weitere Informationen über den Digitalen Batteriepass benötigen, können Sie gerne unsere Präsentation zu diesem Thema herunterladen. Füllen Sie einfach das untenstehende Formular aus und Sie erhalten einen Download-Link.

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    Wir bieten Machbarkeitsstudien, Proofs of Concepts (PoC) und Minimum Viable Products (MVP) an.

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    FAQ | Digitaler Batteriepass

    Ein digitaler Batteriepass ist ein elektronisches Dokument, das den Lebenszyklus einer Batterie verfolgt. Es speichert wichtige Informationen wie Zusammensetzung, Produktion, Verwendung und Recycling.

    Die EU strebt eine nachhaltigere und kreislauforientierte Batteriewirtschaft an. Die Pässe sollen ein umweltfreundliches Batteriedesign fördern und die Recyclingverfahren verbessern. Der Lebenszyklus einer Batterie sollte so weit wie möglich verlängert werden, und das Recycling von Komponenten und Rohstoffen sollte so einfach wie möglich sein – und im Batteriepass gut dokumentiert werden.

    Ab Februar 2027 benötigen alle Industrie-, EV- (Elektrofahrzeug) und LMT- (Leichttransportmittel) Batterien mit einer Kapazität von mehr als 2kWh auf dem EU-Markt einen Pass.

    Die Verantwortung für die Aufnahme der erforderlichen Informationen in den digitalen EU-Batteriepass liegt bei demjenigen, der die Batterie in Verkehr bringt. Dies bezieht sich in der Regel auf den Hersteller oder Importeur, der die Batterie zuerst auf den EU-Markt bringt.

    Der Pass enthält Angaben über die Zusammensetzung und die Chemie der Batterie, die verwendeten Materialien, Leistungsdaten und Informationen über das Recycling am Ende der Lebensdauer. Die endgültigen Anforderungen an die Passdaten sind jedoch noch nicht endgültig festgelegt.

    Der digitale EU-Batteriepass wird über einen QR-Code zugänglich sein. Dieser Code wird auf der Batterie selbst angebracht und enthält eine eindeutige Kennung, die mit der digitalen Aufzeichnung verknüpft ist.

    Die EU-Verordnungen sehen vor, dass einige der im Pass enthaltenen Daten öffentlich zugänglich sein können, während andere Informationen nur autorisierten Nutzern vorbehalten sind. Dies gewährleistet Transparenz für die Verbraucher und schützt gleichzeitig sensible Details, die nur für bestimmte Interessengruppen innerhalb des Lebenszyklus der Batterie relevant sind.

    Der digitale EU-Batteriepass bietet eine Reihe von Vorteilen für die gesamte Wertschöpfungskette von Batterien und wirkt sich auf Hersteller, Verbraucher und die Umwelt aus.

    • Erhöhte Transparenz: Batteriepässe bieten eine umfassende Aufzeichnung der Eigenschaften einer Batterie, einschließlich ihrer Materialien, Leistungsdaten und ihres CO2-Fußabdrucks.
    • Nachhaltige Produktion: Durch die Verfolgung des Lebenszyklus einer Batterie über den Pass erhalten die Hersteller einen Anreiz, umweltfreundliche Praktiken anzuwenden. Dies könnte die Verwendung von recycelten Materialien, die Optimierung des Batteriedesigns im Hinblick auf Langlebigkeit und die Einbeziehung verantwortungsvoller Beschaffungspraktiken beinhalten.
    • Verbesserte Batterieleistung und -wartung: Der Pass kann Daten über die erwartete Lebensdauer einer Batterie und die optimalen Nutzungsbedingungen enthalten.
    • Effizientes Recycling und Wiederverwendung: Der Pass kann den Recyclingprozess erleichtern, indem er wertvolle Daten über die Zusammensetzung einer Batterie und Anweisungen zur Demontage liefert. Dies gewährleistet eine effiziente Materialrückgewinnung und fördert eine Kreislaufwirtschaft für Batterien.
    • Fairer Wettbewerb: Mit mehr Transparenz bei der Batterieproduktion und -beschaffung können sich Hersteller, die auf Nachhaltigkeit setzen, einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

    Insgesamt ist der digitale EU-Batteriepass ein wichtiger Schritt hin zu einem nachhaltigeren und transparenteren Batterie-Ökosystem in der Europäischen Union.

    Weitere Fragen

    Wir sind uns bewusst, dass es noch viele Fragen zur Einführung und Umsetzung der EU-Verordnung zum Digitalen Batteriepass gibt.

    Wir sind ständig bemüht, die FAQ auf unserer Website zu erweitern.

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